40 Jahre Norderstedt – 40 Jahre Norderstedter Bank eG

14. April 2010

Die Norderstedter Bank eG in der Ochsenzoller Straße.

Zum Glück gibt es diese Menschen noch – Menschen, die erzählen können „wie es früher gewesen ist“. So ein Mensch ist Elfriede Schröder. Sie trinkt ihren Kaffee, isst genüsslich einen Keks und sieht unglaublich vital aus mit ihren 84 Jahren. Sie erzählt, dass sie Kundin der Norderstedter Bank eG ist seitdem sie denken kann, dass sie die Mitgliedschaft von ihrem Vater geerbt habe und dass ihre Familie schon seit 300 Jahren in Garstedt lebe.

Die Garstedterin fängt an zu erzählen … über „die Geschichte der Norderstedter Bank“ …

„Selbsthilfe und Gemeinsinn“ – unter diesem Motto gründeten am 30. Januar 1896 16 verantwortungsbewusste Einwohner Garstedts, vorwiegend Landwirte und Gewerbetreibende, Handwerker, Lehrer und der Pastor, die Spar- und Darlehenskasse. Die Gewährung von Darlehen an die Mitglieder für ihren Geschäfts- und Wirtschaftsbetrieb sowie die Erleichterung der Geldanlage und Förderung des Sparsinns waren Ziel und Zweck des Unternehmens. Fast sechs Jahrzehnte soll dieses Kreditinstitut das einzige in Garstedt bleiben. Damals dachten die Gründungsmitglieder wohl kaum daran, welchen wirtschaftlichen Aufschwung ihr stilles, in sich ruhendes Dorf einmal machen wird.

Die alte Krämerei, der erste Sitz der Spar- und Darlehenskasse.

Von ihrer Gründung bis zum Jahre 1908 leitete der Hauptlehrer Detlef Detlefsen als erster Geschäftsführer die Geschicke der Kasse. Sein Nachfolger für zwei Jahre war Baumeister Hinrich Plambeck. Bis 1939 übte dann der Kaufmann Gustav Rehders die Geschäftsführung nebenamtlich aus und stellte in seiner Krämerei an der Alten Dorfstraße in Garstedt einen kleinen Geschäftsraum zur Verfügung. Es heißt, dass bei der Wahl eine Stimme mehr auf die Familie Rehders fiel, weshalb die Gründung der Spar- und Darlehenskasse in den Räumen der Krämerei erfolgte, so Elfriede Schröder. Aber sie ist sich nicht sicher, „man sagt so hier im Dorf“.

Das Hinterzimmer war zwölf Quadratmeter groß, nur mit einem ovalen Tisch, zwei Stühlen, einem Sofa, einem Kachelofen und einem großen und kleinen Geldschrank ausgestattet, so beschreibt es die Garstedterin. Sie weiß das so genau, weil sie dort schon als Kind einkaufen war und auch ihre Kinder in den 60er-Jahren von den Bonbons geschwärmt haben, die es bei jedem Besuch gab. In diesem Hinterzimmer wurden nicht nur Geldgeschäfte abgewickelt, wie Frau Schröder erzählt, sondern auch die Gemeinde und die Kirche nutzten den Raum für ihre Sitzungen.

Spar- und Darlehenskasse Garstedt (Norderstedter Bank eG) an der Ochsenzoller Straße.

Doch schon bald reichte der Platz nicht mehr aus, und man entschloss sich, auf dem Ende 1937 erworbenen Grundstück an der Ochsenzoller Straße ein eigenes Bankgebäude zu errichten. Es wurde am 1. April 1939 eröffnet. Aufgrund der stetigen Aufwärtsentwicklung und des wachsenden Kundenkreises mussten in den fünfziger und sechziger Jahren nicht nur die Geschäftsräume erweitert, sondern auch drei neue Zweigstellen eingerichtet werden. So entstand am 1. Dezember 1963 die Zweigstelle an der Ulzburger Straße, am 25. März 1971 eine weitere im neu eröffneten Herold Center, und schließlich am 1. November 1984 die Zweigstelle in der Moorbek-Passage.

Mit der Gründung der Stadt Norderstedt zum 1. Januar 1970 wurde die Spar- und Darlehenskasse umbenannt in Norderstedter Bank eG.

Auguste Busch, Tochter von Gustav Rehders, gehörte der Spar- und Darlehenskasse seit 1929 an. Von 1939 bis 1963 war sie Geschäftsführerin. Sie führte die Bank nicht nur im Hinterzimmer der Krämerei, sondern auch als Geschäftsführerin nach dem Wechsel in die neuen Räumlichkeiten. Ausgesprochen beachtlich, denn zu dieser Zeit war es mehr als außergewöhnlich, dass eine Frau eine Führungsposition inne hatte.

Es war ein langes, intensives Gespräch mit Elfriede Schröder und unglaublich spannend.

Ein gutes Beispiel für Fortschritt in der Norderstedter Bank eG: die progressive Architektur unserer Geschäftsstelle in der Ulzburger Straße.

Heute schaut die Norderstedter Bank eG kraftvoll und gestärkt in die Zukunft. Klare strategische Schwerpunkte bestimmen die Ausrichtung der Bank. Man hat sich auf Werte geeinigt, die für das Handeln der Bank herausragende Bedeutung haben, wie zum Beispiel Verlässlichkeit und Verantwortung für die Bürger und Unternehmen der Region. Die Orientierung an diesen Werten ist für die Norderstedter Bank eG von grundlegender Bedeutung.

Durch den Slogan „Lösungen die passen“ wird der Anspruch einer individuellen, auf den Werten des Unternehmensleitbildes ruhenden „Vertriebsphilosophie“ untermauert. Das Verhältnis zu den Kunden ist geprägt von einem „partnerschaftlichen Miteinander“. Oftmals langjährige Bindungen und persönliche Beziehungen beschreiben das Verhältnis zu den Kunden. Nicht zuletzt die Flexibilität und Kreativität in der individuellen Lösungsfindung sowie die sehr guten Produkte zeichnen die Norderstedter Bank eG aus. Ein großes Anliegen der Norderstedter Bank eG ist das soziale Engagement in der Region. Jährlich steht ein namhafter Betrag bereit, insbesondere soziale Projekte in und um Norderstedt zu unterstützen, etwa für Kindergärten oder Jugendprojekte. Die enge Verbundenheit mit der Stadt, ihren Unternehmen und Einwohnern zeichnet diese Bank aus.

„Wir freuen uns auf die gemeinsame Zukunft mit Ihnen!“, so das Team der Norderstedter Bank eG.

Vom traditionellen Geldverwalter zum modernen Finanzdienstleister

Reiner Schomacker (rechts) und Martin Weber. (Foto: pu)

HEIMATSPIEGEL: Herr Schomacker, Herr Weber, vor 40 Jahren wurde Norderstedt gegründet und die Spar- und Darlehenskasse zu Garstedt in Norderstedter Bank eG umbenannt. War es eine Zeit des Aufbruchs oder nur ein neuer Name?

Antwort: Unsere Genossenschaft wurde 1896 gegründet. Wir waren also schon immer vor Ort und fest mit den Menschen und der Region verbunden. Die Vorstände der seinerzeitigen Spar- und Darlehenskasse zu Garstedt haben die Gründung der Stadt Norderstedt vor 40 Jahren zum Anlass genommen, „Norderstedt“ in die Firmierung aufzunehmen. Mit der Stadtgründung wurden frühzeitig weitere Geschäftsstellen in Norderstedt aufgebaut. Dies geschah mit Weitsicht und dem festen Vertrauen in die Entwicklung der Stadt Norderstedt.

HEIMATSPIEGEL: Wie verstehen Sie sich als Hausbank für viele Betriebe und Unternehmen in Norderstedt gerade in der wirtschaftlichen Krise?

Antwort: Die Norderstedter Bank eG ist das einzig rechtlich selbstständige Kreditinstitut in Norderstedt. Wir helfen, Arbeitsplätze in unserer Region zu schaffen und zu erhalten. Aus den gewachsenen Werten unserer Tradition sind wir eng mit der Stadt Norderstedt, ihren Unternehmen und Einwohnern verbunden. Hinzu kommt, dass wir eine Genossenschaftsbank sind. Wir gehören unseren Mitgliedern. Das bindet uns besonders an die hiesige Wirtschaft und ist für uns gleichzeitig Verpflichtung unsere Verantwortung gegenüber unseren Kunden ernst zu nehmen. Man vertraut uns, weil wir vor Ort sind und damit ansprechbar. Entscheidungen werden vor Ort gefällt. Wir kennen unseren Markt und haben ein Interesse daran, dass die Wirtschaft in unserem Geschäftsbereich optimal unterstützt wird. Denn wir können nur wachsen, wenn unsere Kunden auch wachsen.

HEIMATSPIEGEL: Die Norderstedter Bank eG ist heute ein moderner Finanzdienstleister. Haben Sie immer noch das „Ohr am Kunden“?

Antwort: Natürlich! Mehr denn je! Auch hier hilft der Gedanke der Genossenschaftsbank. Wir sind fest in unserem Geschäftsgebiet verwurzelt und Partner der Menschen hier. Wir sind klein genug, um auf die Wünsche unserer Kunden reagieren zu können, aber – durch unseren Finanzverbund – groß genug, um alle gewünschten Finanzprodukte anbieten zu können. Die Nähe zu unseren Kunden und Mitgliedern ist unsere herausragende Stärke, mit der wir uns von unseren Mitbewerbern in der Region unterscheiden. Eben durch die persönlichen Beziehungen können wir unsere Kunden individuell betreuen.