Bilanz: Niedrige Zinsen – gute Dividende

Von Michael Schick

19. Februar 2016


Die Norderstedter Bank zieht Bilanz. Anleger investieren in Immobilien und setzen auf Tagesgeld. Planungen deutlich übertroffen.

Die Vorstände Martin Weber (l.) und Reiner Schomacker stellten die Zahlen vor. Foto: Michael Schick

Norderstedt.  "Wir haben das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich abgeschlossen", sagten Martin Weber und Reiner Schomacker, Vorstände der Norderstedter Bank. Das Betriebsergebnis liege leicht über dem des Vorjahres, der Gewinn werde sich mit etwa 1,8 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau einpendeln. "Damit haben wir unsere Planungen deutlich übertroffen", sagte Weber. Denn das niedrige Zinsniveau macht auch der Norderstedter Bank zu schaffen. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank treffe die Sparer, vernichte Vermögen und gefährde die Altersvorsorge.

Die Folge: Rund 80 Prozent der Kundeneinlagen würden kurzfristig als Tages- oder Termingeld angelegt, die Kunden parken ihr Geld und hoffen darauf, dass die Zinsen wieder steigen. Doch davon gehen die Norderstedter Banker für die nächste Zeit nicht aus. 318 Millionen Euro haben die Kunden der einzigen Bank mit Hauptsitz in Norderstedt im Vorjahr anvertraut. Das bedeute, so Weber, eine überdurchschnittliche Steigerung im Vergleich zu 2014 von 14 Prozent. Das Kreditvolumen stieg um 9,2 Prozent auf 195 Millionen Euro.

Der Trend, Geld in Immobilien anzulegen, hält an. 120 Millionen Euro hat die Bank an Hypothekendarlehen gewährt, fast 50 Millionen mehr als im Jahr zuvor. "Vor allem die gestiegenen Kundeneinlagen zeigen uns das nach wir vor große Vertrauen, das die Kunden zu uns haben", sagte Weber. Der Vorstand schlägt vor, den Mitgliedern eine Dividende von sechs Prozent zu zahlen.

Die Kunden haben nicht nur Vertrauen, sondern sind auch äußerst zufrieden mit ihrem Geldinstitut. Das belege die aktuelle Studie, alle zwei Jahre lässt die Norderstedter Bank die Zufriedenheit ermitteln. 440 Kunden haben sich an der Umfrage im Vorjahr beteiligt und der Bank die Note 2,07 gegeben. Das sind 0,1 Punkte mehr als in der Studie von 2013. Zudem liegt der Wert deutlich über dem Bundesschnitt der Volks- und Raiffeisenbanken mit der Note 2,38.

Im Vorjahr hat die Norderstedter Bank die Filiale an der Ulzburger Straße zum Zentrum für Vermögensmanagement umgebaut, um vermögende Kunden gezielt zu beraten. "Wir betreuen immerhin 100 Millionen Euro Kundenvermögen", sagte Schomacker. Mit mehr als 45.000 Euro hat das Geldinstitut soziale und kulturelle Projekte unterstützt. Im kommenden Jahr soll die Baufinanzierung zum besonderen Schwerpunkt ausgebaut werden. "Und wir unterstützen den NoBa-Kulturzirkus im Sommer im Stadtpark", sagte Schomacker.