Das wird Norderstedts neue Bankzentrale

von Michael Schick

16. April 2016

Entwurf

Das Geldinstitut investiert zwölf Millionen Euro in eine Hauptgeschäftsstelle an der Ecke Ochsenzoller Straße/Berliner Allee.

Norderstedt.  Jahrelang war das Filet-Grundstück verwaist, fand sich kein Investor für die Brachfläche an der Ecke Ochsenzoller Straße/Berliner Allee. Doch nun wird die Norderstedter Bank auf dem 1700 Quadratmeter großen Areal, das zurzeit als Parkplatz genutzt wird, ihre neue Zentrale bauen. Das Geldinstitut hat der Stadt das Grundstück abgekauft.

"Wir sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, es ist eng geworden in den Räumen an der Ochsenzoller Straße", sagen die Bankvorstände Martin Weber und Reiner Schomacker. Hinzu komme, dass das Gebäude, das vor gut 25 Jahren in seiner jetzigen Form entstand, weder barrierefrei ist, noch aktuellen energetischen Ansprüchen genüge.

Schon jetzt reiche der Platz nicht, um alle Aufgaben am angestammten Firmensitz zu erledigen, einige Dienstleistungen seien ausgelagert. "Und wir wollen und werden weiter wachsen", sagen die Vorstände.

Dafür reichten die jetzigen Kapazitäten in keinem Fall. "Es gab zwei Möglichkeiten: Die jetzige Hauptgeschäftsstelle abreißen und durch einen Neubau ersetzen oder den Standort wechseln", sagt Weber.

Es habe sich angeboten, den Platz zu wechseln, denn: Zum einen habe sich das Zentrum von Garstedt von der Ochsenzoller Straße, wo gegenüber der Bank das ehemalige Rathaus steht, immer weiter Richtung Herold-Center verschoben. Zum anderen habe der Einkaufsstandort in letzter Zeit durch Saturn, die Erweiterung von Karstadt und die aktuelle Süderweiterung des Einkaufszentrums deutlich an Attraktivität gewonnen. Die Bank wolle davon profitieren und stärker ins Zentrum der Stadt rücken. "Allerdings haben wir die andere Lösung noch nicht verworfen. Wir sind zwar mit der Planung schon weit gekommen, doch endgültig ist der Drops noch nicht gelutscht", sagt Schomacker. Für das Projekt muss ein Bauleitplan aufgestellt werden, den die Verwaltung zurzeit erarbeitet.

Für den Neubau des Stammhauses brauchten die Banker die Zustimmung der Stadtplaner und der Politiker. Und die wollten sehen, was da auf der exponierten Fläche entstehen soll. Schomacker und Weber beauftragten das Bramstedter Büro dl architekten + partner damit, einen Entwurf anzufertigen. "Das Architekturbüro ist unter anderem auf den Neu- und Umbau von Bankhäusern spezialisiert", sagen die Vorstände. Was die Bramstedter Planer vorlegten, gefiel Baudezernent Bosse und den Politikern im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

Der Kubus, in der Mitte vierstöckig, zu den Seiten hin niedriger, ist als Tor zum Herold-Center ausreichend repräsentativ, zugleich aber sachlich, schnörkellos und solide, "wie es sich für eine Genossenschaftsbank gehört", sagt Schomacker.

Auf der rotumrandeten Fläche an der Ecke Ochsenzoller Straße/Berliner Allee will die Bank ihren Neubau hochziehen

Rund zwölf Millionen Euro werden die Bauherren für die neue Hauptgeschäftsstelle ausgeben. Der Entwurf sieht eine moderne Lochfassade aus rotem oder hellgrauem Ziegelstein und viel Glas vor. Gegenwärtig wird die Innenarchitektur geplant. "Gemeinsam mit den Mitarbeitern, die vom neuen Gebäude und Standort hellauf begeistert sind", wie Schomacker festgestellt hat. 60 Männer und Frauen sind beschäftigt, für sie werden im neuen Haus Arbeitsplätze auf rund 3000 Quadratmetern Bürofläche eingerichtet. Es soll Kommunikationsorte geben, an denen sich Teams treffen und diskutieren können, aber auch Rückzugsmöglichkeiten, einen Küchenbereich und eine Tiefgarage mit 44 Stellplätzen.

Im Obergeschoss ist ein Seminarraum geplant. "Den wollen wir nicht nur für eigene Veranstaltungen nutzen, sondern auch an Vereine und andere Interessierte vermieten", sagt Schomacker. Dadurch soll langfristig ein Teil der Investitionen wieder hereinkommen. Miete wollen die Banker sparen, indem die ausgelagerten Bereiche ins neue Stammhaus geholt werden. Und die Bankvorstände denken darüber nach, die Filiale im Herold-Center in der neuen Zentrale unterzubringen. Es mache wenig Sinn, in einer Entfernung von rund 200 Metern zwei Anlaufstellen für die Kunden zu betreiben.

Weber und Schomacker gehen davon aus, dass der Bauleitplan in einem Jahr steht. Im Sommer 2017 könnte dann der erste Spatenstich erfolgen. Die Bankvorstände kalkulieren eine Bauzeit von 18 bis 20 Monaten, sodass die Mitarbeiter Ende 2018 ins moderne Unternehmensgebäude umziehen könnten. Sollte der Neubau wider Erwarten doch nicht realisiert werden können, haben Weber und Schomacker als vorsichtige Kaufleute noch Plan B in der Schublade: Abriss und Neubau am jetzigen Standort.