Hamburger Abendblatt

Norderstedter Bank zieht zum Herold-Center

Von Michael Schick

27. Dezember 2017

Neubau Berliner Allee 2
So soll die neue Zentrale der Norderstedter Bank aussehen / Foto: dl architekten PartG mbB

An der Ecke Berliner Allee/Ochsenzoller Straße errichtet das Geldinstitut für 13,2 Millionen Euro eine neue Zentrale

Norderstedt.  Die Arbeiten am neuen Kreisel an der Ecke Berliner Allee/Ochsenzoller Straße ruhen, weil dort ein zweites Großprojekt beginnt: Die Norderstedter Bank baut auf der freien Rasenfläche an der Kreuzung ihr neues Hauptgebäude. 13,2 Millionen Euro wird das Geldinstitut in das größte Bauvorhaben seiner Geschichte investieren. Im ersten Bauabschnitt entsteht die Tiefgarage. Die Arbeiten sollen bis Mai 2018 dauern, solange bleiben die Arbeiten am Kreisverkehr unterbrochen, damit sich Baufahrzeuge und Arbeiter nicht gegenseitig stören. Bis dahin und auch überwiegend während der weiteren Bauphasen bleibt die Kreuzung für den Verkehr in alle Richtungen geöffnet.

Bis Dezember konnten Autofahrer die Kreuzung, die ein wichtiger Zubringer zum Herold-Center ist, nur eingeschränkt passieren. Die Zufahrt von der Ochsenzoller Straße aus westlicher Richtung war ebenso gesperrt wie die vom Krummen Weg. Damit war ein viel genutzter Schleichweg geschlossen, die Autofahrer wichen auf den Hempberg und die Memeler Straße aus, kleine Wohnstraßen, die die Automassen nicht verkraften konnten. Polizei und Ordnungsbehörde beendeten das Chaos, das zum Teil gefährliche Situationen provozierte, weil Autofahrer über die Gehwege auswichen, mit weiteren Durchfahrtssperren.

Zum Weihnachtsgeschäft gab die Stadt den Verkehr am Kreisel wieder frei. Das soll so bleiben, bis die Tiefgarage fertig ist. Dann werden die weiteren Bauabschnitte des Kreisverkehrs angegangen. Der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus, Mario Kröska, geht davon aus, dass sich die Arbeiten bis zum Jahresende hinziehen könnten, wobei die Kreuzung nur kurzfristig gesperrt werden soll, wenn der Asphalt aufgebracht wird.
 

In dem Bereich baut die Stadt zwei Kreisverkehre

Dann steht den Norderstedtern die nächste große Baustelle bevor, der Bau des zweiten Kreisels nur wenige Hundert Meter entfernt. Er wird fünf Arme bekommen und die Straßen an der Kreuzung Achternfelde, Tannenhofstraße, Birkenweg und Ochsenzoller Straße verbinden. Den Grundsatzbeschluss der Politiker für das rund 700.000 Euro teure Projekt gebe es schon. "Jetzt sind wir dabei, den Kreisverkehr im Detail zu planen und werden die Ergebnisse dann im Fachausschuss vorstellen", sagt Kröska.

Die Stadt Norderstedt verspricht sich durch die Kreisverkehre, dass das Quartier besser erschlossen wird und der Verkehr vom und zum Herold-Center zügiger fließt. Lange und für Autofahrer wie Anwohner nervige Rückstaus, wie sie an den Ampelkreuzungen alltäglich sind, sollen nach dem Bau der Kreisel dann der Vergangenheit angehören.

Jahrelang war das Grundstück an der Ecke Ochsenzoller Straße/Berliner Allee verwaist, fand sich kein Investor. Nun wird die Norderstedter Bank auf dem 1700 Quadratmeter großen Areal ihre neue Zentrale bauen. Das Geldinstitut hat der Stadt das Grundstück abgekauft.

"Wir sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, es ist eng geworden in den Räumen an der Ochsenzoller Straße. Und wir wollen weiter wachsen", sagen die Bankvorstände Martin Weber und Reiner Schomacker. Das Gebäude, das vor gut 25 Jahren entstand, sei zudem weder barrierefrei, noch genüge es aktuellen energetischen Ansprüchen.
 

Neubau wird repräsentativ, aber schnörkellos und solide

Schon jetzt reiche der Platz nicht, um alle Aufgaben am angestammten Firmensitz zu erledigen, einige Dienstleistungen seien ausgelagert worden. Es habe sich daher angeboten, den Standort zu wechseln und dorthin zu ziehen, wo die Menschen sind. Und das sei das Herold-Center. Der Einkaufsstandort habe durch Saturn, die Erweiterung von Karstadt und die Süderweiterung deutlich an Attraktivität gewonnen. Die Bank wolle davon profitieren und stärker ins Zentrum rücken.

Geplant ist ein Kubus, in der Mitte vierstöckig, zu den Seiten hin niedriger, der als Tor zum Herold-Center repräsentativ, zugleich aber sachlich, schnörkellos und solide ist, "wie es sich für eine Genossenschaftsbank gehört", sagte Weber, als er mit seinem Vorstandskollegen Schomacker, Baudezernent Thomas Bosse und Vertretern des Büros DL Architekten den ersten Spatenstich vollzog.

Der Entwurf sieht eine moderne Lochfassade aus rotem Ziegelstein und viel Glas vor. "Die Architekten haben die ersten Entwürfe noch einmal nachgebessert und den Glasanteil erhöht, damit mehr Licht in den SB-Bereich kommt", sagte Weber. Für 60 Mitarbeiter werden im neuen Haus Arbeitsplätze auf rund 3000 Quadratmetern Bürofläche eingerichtet. Es soll Kommunikationsorte geben, an denen sich Teams treffen und diskutieren können, aber auch Rückzugsmöglichkeiten, einen Küchenbereich und eine Tiefgarage mit 44 Stellplätzen, die von Mitarbeitern und Kunden genutzt werden können. Hinzu kommen vier Außenparkplätze für alle, die nur mal schnell Geld abheben oder Kontoauszüge holen wollen.

Im Obergeschoss ist ein Seminarraum für 120 Gäste geplant, der auch an Vereine und andere Interessierte vermietet werden soll. "Solche Räume fehlen in Norderstedt", sagte Weber. Er geht davon aus, dass der Neubau noch vor Weihnachten 2019 bezogen werden kann.